2009
25.06.2009
Die FDP Fraktion lehnt den Entwurf der Gestaltungssatzung ab!
Die FDP Fraktion hat sich schon vor Jahren mit dem Thema Gestaltungssatzung auseinander gesetzt und seinerzeit gefordert, anstelle der Gestaltungssatzung einen unabhängigen Gestaltungsbeirat ins Leben zu rufen. Nachdem die geplante Gestaltungssatzung längere Zeit im Aktenschrank gereift war, wird nun ein neuer Versuch unternommen, diese Satzung endlich beschließen zu lassen. Wie es aussieht diesmal mit Erfolg. Angereichert mit einem Gestaltungsbeirat sollen die letzten Kritiker überzeugt werden.
Die FDP würdigt und unterstützt die Bemühungen um die Stadtbildpflege. Die Frage die sich stellt, kann das Instrument der Gestaltungssatzung dieses leisten? Kann Missratenes durch dieses Regelwerk verhindert werden, oder ist diese Satzung nicht vielmehr die Festschreibung des Bewährten durch hilflose Verwaltungsmitarbeiter und letztendlich nur die Fortsetzung ermüdeter Genehmigungsregularien?
Solche Festlegungen befördern nicht die Baukultur, sondern erschweren sie. Wir sehen in dem Satzungsentwurf einen „tragischen Trend“. Die FDP bedauert, dass Stagnation vor der Dynamik, das Konservatorische vor dem Innovativen Auftrieb hat. Dies ist schlimm, denn das Innovative ist ein weicher Standortfaktor, der Menschen die etwas schaffen wollen, anlockt. Lippstadt muss Experimente zu lassen und nicht das Mittelmäßige befördern.
Der nordrhein-westfälische Bauminister Lutz Lienenkämper (CDU) forderte in einem Artikel der "Welt am Sonntag" die Städte im Land auf, sich zu "Vorbildern einer neuen Baukultur" zu entwickeln. Und zwar so, dass sie "auf vorbildliche Weise auch wieder Heimat werden können. Mein Ziel ist, unser Land zum Motor einer Stadtentwicklung zu machen, die von den Bedürfnissen der Menschen her gedacht wird“.
"Wie mutige Formensprache der Architektur zum Wahrzeichen einer Stadt werden kann, zeigen die Gehry-Bauten im Düsseldorfer Medienhafen. Sie sind das anerkannte Symbol für das moderne Düsseldorf geworden", sagt der Minister.
Mehr Mut und etwas Wagen auch in stadtgestalterischer Hinsicht. Die vielen Schichten unserer baulichen Entwicklung, von der Ackerbürgerstadt, zur Garnisonsstadt und letztendlich zur Stadt des Handels für das Umland, zeigen unterschiedliche Baustrukturen die nicht konserviert sondern weiter entwickelt werden müssen. Bei der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft wird das Zentrum zukünftig die Nachfrage nach adäquaten Wohnraum erfüllen müssen. Dieses verlangt nach einer eigenen gestalterischen Ausformung, welche sich am Umfeld orientiert, aber dieses nicht kopiert. Sollten „baulichen Experimenten“ über das Ziel hinausschießen, so ist es die Aufgabe des Gestaltungsbeirates, den die Lippstädter FDP als erste Partei ins Spiel gebracht hat, als Regulativ einzuwirken.
Die vorgelegte Gestaltungssatzung steht für zusätzliche Regulierung und Erstarrung, sie ist daher ein ungeeignetes Instrument zur Lösung der lokalen stadtgestalterischen Aufgaben.
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