Aktuelles
02.11.2010
Presseerklärung zum Projekt Südertor Ost
Die FDP-Fraktion spricht sich grundsätzlich für die Ansiedlung neuer Wirtschaftsunternehmen und die Schaffung neuer Handelsstandorte in Lippstadt aus.
- Die FDP-Fraktion spricht sich grundsätzlich für die Ansiedlung neuer Wirtschaftsunternehmen und die Schaffung neuer Handelsstandorte in Lippstadt aus.
- Dies sollte jedoch vorrangig unter städtebaulichen und wirtschaftlichen Aspekten betrachtet werden. Wirtschaftlich muss ein entsprechender BGedarf bestehen und nach Möglichkeit die Zentralität gefördert werden.
- Unter Berücksichtigung dieser zuvor genannten Prämissen ist zunächst festzustellen, dass das für den Standort Südertor Ost geplante Einkaufszentrum keinen Zentralitätszuwachs bringen wird. Die dort geplante Ansiedlung von 2 Lebensmittelmärkten und 1 Drogeriemarkt wird nicht dazu führen, dass Kunden außerhalb von Lippstadt den Standort aufsuchen.
- Das für den Standort Südertor Ost geplante Warensortiment ist jedoch geeignet, die Innenstadtversorgung zu ergänzen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die dort geplanten Lebensmittelmärkte und der dort vorgesehene Drogeriemarkt in einem Verdrängungswettbewerb zu den anderen Anbietern in Lippstadt treten, die dasselbe Warensortiment anbieten. Lediglich unter dem Aspekt der Verbesserung der innenstadtnahen Versorgung kann daher der Ansiedlung von 2 Lebensmittelmärkten und 1 Drogeriemarkt zugestimmt werden.
- Städtebaulich wird der geplante Baukörper den Anforderungen an einen exponierten Standort, unmittelbar im Zugangsbereich der Innenstadt, nicht gerecht. Dabei ist vorrangig der geplante Kopfbau zu kritisieren, welcher in den Obergeschossen keine vollwertige Nutzung enthält, sondern in dem lediglich die Umbauung der Parkebene sowie die Einrichtung von Technikräumen geplant sind.
- Ein vollwertiger Kopfbau ist insbesondere erforderlich, um den Stadttorcharakter, der im Bereich Südertor nach städtebaulichen Vorgaben geschaffen werden sollte, zu realisieren. Aus Richtung Süden betrachtet, stellt der Komplex Südertor West (Cineplex) und Südertor Ost das Entrée zum Innenstadtbereich dar. Der städtebaulich bereits äußerst bedenkliche Baukörper Südertor West muss im Bereich Südertor Ost zwingend mit einem ansprechenden Baukörper ergänzt werden, damit sich ein entsprechendes Eingangstor ergibt. Für diesen Zweck ist der geplante Kopfbau, wie er sich aus dem aktuellen Nutzungskonzept des Investors ergibt, in keinem Fall geeignet. Eine solche „leere Hülle“ kann dem gehobenen Anspruch an ein Stadtentrée an einem derart exponierten Standort nicht gerecht werden.
- Der sich an den Kopfbau anschließende Baukörper ist städtebaulich zwar bedenklich. Hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass die geplante Nutzung auch erhebliche Auswirkungen auf die Planung des Baukörpers hat. Insoweit scheint zwar eine fantasievollere Umsetzung möglich, jedoch nur in Nuancen. Insoweit muss die Politik auch anerkennen, dass dem Investor im Rahmen des zulässigen Baurechts auch ein eigener Gestaltungsfreiraum verbleiben muss.
- Vor allem im Hinblick auf den Kopfbau darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass ein solcher Baukörper für die nächsten Jahrzehnte verbleiben wird. Berücksichtigt man dabei die geplanten Veränderungen im Bereich Südertor durch Neubau der Unterführung, Erschließung über die neue Bahnhofstraße und Fertigstellung der Südtagente sowie die geplante Bebauung des Güterbahnhofgeländes, wird deutlich, welcher exponierte Standort die Fläche Südertor Ost ist. Eingedenk dieser Umstände halten wir den Kopfbau in der geplanten Form nicht für angemessen.
- Wir haben daher gemeinsam mit den Christdemokraten den Antrag gestellt, dass dem geplanten Bauvorhaben nur mit der Maßgabe zugestimmt wird, dass ein vollwertiger Kopfbau errichtet wird. Die Ausgestaltung sollte sich an der Fassadengestaltung des Gebäudes von „Ferber-Software“ orientieren.
- Nachdem die Verwaltung zugesichert hat, mit dem Investor erneut über die Ausgestaltung des Kopfbaus zu verhandeln, konnten wir unter dieser Maßgabe der Verwaltungsvorlage zustimmen.
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