Pressemitteilung vom 21.10.2011
Die FDP-Fraktion bedauert, dass das traditionsreiche GSO (Gymnasium Schloss Overhagen) im Jahre 2014 geschlossen werden soll. Gerade für den Unterzeichner, der selbst von 1983 – 1992 das GSO besucht hat und stets die besondere Lernatmosphäre und vermittelte soziale Kompetenz schätzte, war es ein schwieriger Weg, die zu treffende Entscheidung zu akzeptieren.
Es ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die Politik von vornherein in die Entscheidungsfindung einbezogen wurde. Der Unterzeichner wurde über sämtliche Planungsschritte zeitnah informiert. Bei aller Emotionalität und persönlichen Sympathie für die Schule war es gleichwohl erforderlich, eine sachlich sauber abgewogene Entscheidung zu treffen.Die aktuellen Veränderungen der Schullandschaft, insbesondere durch die Errichtung der neuen Gesamtschule – was dem Elternwillen entsprach, der von der FDP respektiert wurde - mussten bei diesen Überlegungen berücksichtigt werden. Unter Einbeziehung des demografischen Wandels, der perspektivisch dazu führen wird, dass nicht mehr sämtliche Gymnasien in Lippstadt voll ausgelastet werden können, war frühzeitig absehbar, dass eines der Gymnasien in Lippstadt dauerhaft keinen Bestand mehr wird haben können, wenn nicht alle defizitär betrieben werden sollen. Dies musste allen bewusst sein, die der Einrichtung einer Gesamtschule zugestimmt haben.
Zudem sind traditionell viele Schüler aus dem Bereich Lippetal zum GSO gegangen. Der Rückgang der Schülerzahlen wird daher speziell für das GSO noch durch die in Lippetal neu geschaffene Gemeinschaftsschule verstärkt werden.
Politisch war nicht über die Schließung der Schule, sondern über deren weitere finanzielle Unterstützung zu entscheiden. Die Haushaltslage der Stadt Lippstadt ist bekanntermaßen kritisch. Das jährliche finanzielle Engagement von ca. 230.000 € musste daher einer kritischen Betrachtung unterzogen werden. Die Bemühungen der Verwaltung eine finanzielle Entlastung herbeizuführen scheiterten hierbei insbesondere an der Weigerung der umliegenden Kommunen für die aus diesen Kommunen am Schulbetrieb teilnehmenden Schüler eigene finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen.
Aufgrund der finanziellen Ausstattung des Schulträgervereins ist es nach der Reduzierung des finanziellen Engagements nicht mehr möglich den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten.
Die FDP-Fraktion ist in der laufenden Legislaturperiode stets dafür eingetreten, verantwortungsvoll mit dem städtischen Haushalt umzugehen. Auf unsere Initiative wurde die Haushaltssanierungskommission gegründet, deren Ziel es ist, strukturelle Veränderungen im Haushalt zu erreichen und damit mittelfristig zu einem ausgeglichenen Haushalt zurückzukehren. Dieser Weg wird nicht gangbar sein, ohne Einschnitte insbesondere bei den freiwilligen Leistungen die die Stadt Lippstadt zur Verfügung stellt. Es muss jedem bewusst sein, dass die Generation unserer Kinder nur dann in einer finanziell intakten Stadt Lippstadt leben kann, wenn wir bereit sind dafür auch heute Opfer zu bringen und unter Umständen unangenehme Entscheidungen zu treffen.
Für das Gymnasium Schloss Overhagen ist es jetzt von entscheidender Bedeutung, dass ein gelungener Übergang für die Lehrer und Schüler hergestellt wird. Die vom Schulministerium in NRW erhoffte Unterstützung ist dabei leider ausgeblieben. Wir hoffen jedoch, dass der weitere Prozess unbelastet von Polemik und parteipolitischen Scharmützeln ablaufen kann.
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